Meine Sicht auf das aktuelle Weltgeschehen und der Zusammenhang mit der Körperbemalung

Aufgrund der aktuellen Ereignisse in Ukraine habe ich mich bis heute nicht in der Lage gefühlt den Raum für andere und für ihre künstlerische Selbsterfahrung zu halten. Nach der ganzen Palette an Gefühlen und Zuständen, bin ich mehr den je gefüllt mit Tatendrang. Und biete wieder das online-Treffen "female Power" für künstlerische Selbsterfahrung an. Was dieses Mal für alle offen ist. Aus meiner persönlichen Sicht, sind Kriege, Armut, Ausbeutung, die Zerstörung der Natur, körperliche, emotionale, sexuelle, finanzielle Gewalt - Auswirkungen der patriarchalen Gesellschaft und der damit verbundenen toxischen Maskulinität und der Unterdrückung der weiblichen Kraft (als Folge: toxische Weiblichkeit). Hier können alle nur verlieren. Denn diese gesellschaftliche Struktur zwingt eine strickte Rollen- und Verhaltensteilung der Geschlechter auf. Schließt damit diejenigen aus, die in diesen Rahmen nicht passen und zwingen zum Beispiel viele cis Männer zur Unterdrückung der Emotionen, Konkurrenzverhalten, Skrupellosigkeit, und Bereitschaft das eigene und fremde Leben für aufgezwungene dubiose Überzeugungen zu opfern. Das Hinterfragen dieser wird mit Feigheit und Verrat gleichgesetzt. Die Unterdrückung eigener Emotionen macht es unmöglich die Emotionen anderer wahrzunehmen (Empathie) und vorausschauend die Folgen eigener Handlungen zu reflektieren. Ob es nun spirituell oder philosophisch betrachtet werden soll, liegt mir das Zen-Weltbild sehr nah, in dem es um den Gleichgewicht von Yin&Yang geht. Also männlicher und weiblicher Energie. Dabei sind in jedem Organismus, also auch in jedem Mensch, unabhängig von der Geschlechtszuordnung beide Pole vorhanden. Unsere aktuelle Realität spiegelt sehr die Disharmonie dieser Pole wieder. Die Stärkung der weiblichen Energie bedeutet für mich nicht nur die Frauen zu Stärken. Es bedeutet allgemeine, geschlechtsunabhängige Akzeptanz und Ausdruck aller eigener und fremder Gefühle, Empathie, Verbindung mit der Intuition und Vertrauen darauf, Verbindung mit dem Körper. Wertschätzung und Förderung dieser und anderer leider als weiblich/schwach/irrational/nutzlos/selbstverständlich klassifizierten Qualitäten. Was beide Pole dabei verbinden sollte: Achsames Fühlen, Denken und Handeln, Tragen der Verantwortung für sich selbst und für eigene Handlungen. (übt einen kritischen Blick, macht manipulationsimun, und lässt die Verantwortung und Folgen für die Konflikte, auf den Konfliktbeteiligten. Das ist m. M. n schon mal eine gute Kriegsprävention) Ich wünsche eine Welt, in der der Fokus in der Bildung, Erziehung im gesellschaftlichen Miteinander jeder Art auf der Harmonie der beiden Pole steht. Auf der Verbindung, Wertschätzung und Annahme von sich selbst, von dem Gegenüber und der Umwelt. Wie wir sehen, ist es noch ein langer Weg. Bei meinem persönlichen Weg habe ich die künstlerische Selbsterfahrung mit der Körperbemalung für mich entdeckt und gebe dieses Wissen und die Erfahrung gerne weiter. Die achtsame Begegnung mit dem Körper, mit eigenem Sein, mit den Emotionen, mit dem Gegenüber, mit eigenen und fremden Grenzen, mit den Ressourcen, Zielen, Glaubensätzen, ermöglicht von Mal zu Mal immer deutlichere Wahrnehmung und Wertschätzung von sich selbst und von dem Gegenüber. Sehen und Anerkennen eigener und fremder Licht und Schattenseiten. Sich und andere Menschen, Tiere, Organismen als Ganzes, als einzelne Individuen und gleichzeitig verbunden mit allem wahrzunehmen.



08.03.22


Yulia Ezhova