Erfahrungsbericht aus der Schmerztagesklinik / Trauer

Ich habe einen tollen Erfahrungsbericht über die Verwendung der Körperfarbe bekommen, den ich hier teilen möchte. Einiges ist durch mich, z.B. zur Anonymisierung verändert oder gekürzt.

"Liebe Yulia,

Ich hab mich wohl auch durch deine Wünsche inspiriert gefühlt und getraut die Farben heut mit in die Therapiegruppe in der Schmerztagesklinik zu nehmen. [...] Ich erzählte von den Körperfarben und machte das Angebot, nach der Klangreise, sich gegenseitig ein Symbol, oder was auch immer, mit Farbe zu schenken. Eine Frau hat sich dann am Ende der gemeinsamen Stunde einen hellblauen Schmetterling auf den rechten Oberarm malen lassen. Sie empfand es als angenehm, entspannend und hatte nicht geglaubt, dass sie auf ihrem rechtem Arm überhaupt jemals wieder etwas spüren könne. [...] Und mit einer Freundin hab ich auch gemalt. Wir waren auf einem gemeinsamen Frauenwochenende. Es war eine ganz vertraute Atmosphäre. Zum Beginn der Sitzung, hatte sie so ein Grummeln im Bauch und es kamen echt Erinnerungen an ihre Schwangerschaft beim malen und dass sie da neben ihrem Sohn noch ein zweites Kind spürte, dass sie vermutlich in der Frühschwangerschaft mit Blutung verlor und da war ganz viel Traurigkeit und Schmerz und auch heilendes während des Malens. Sie war sanft berührt durch den Pinsel und konnte spüren, dass sie nicht allein war, dass ich dabeiblieb. Ich war berührt von der Geschichte und konnte mit Farbe und Pinselstrichen mitgehen, spüren, was braucht es. Fragte mich auch, was könnte es brauchen? Nichts, außer wohlwollendes berühren. Ich konnte auch eine Schwere und Anspannung spüren und ich konnte mich wieder entspannen, als ich merkte, es ging um das Dasein, mit ihr sein. Ich muss kein perfektes Bild abliefern. Rausgekommen ist das Foto, dass ich mitschicke."



08.02.22


Yulia Ezhova